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Zweiter Burenkrieg
Am Anfang standen Gold und Diamanten. Angelockt von den reichen Bodenschätzen und den Funden am Witwatersrand 1886 folgten immer mehr Abenteurer dem Lockruf des Goldes und drängten in die Burenrepubliken Oranje-Freistaat und Transvaal. Die meisten von ihnen waren Briten.
Großbritanniens Expansionen und die Vorstellung eines Weltreiches sollten hier am südlichen Ende Afrikas mit einem weiteren Meilenstein zementiert werden. Besonders dem Pfarrersohn Cecil Rhodes aus der britischen Grafschaft Hertfordshire war es zu verdanken, das sich die Ereignisse am Kap zuspitzten. Rhodes, der mit den Diamantenfunden in Kimberley zu unvorstellbarem Reichtum gekommen war und 1890 zum Premierminister der Kapkolonie gewählt wurde, träumte von einem britischen Afrika und trieb den sogenannten Kap-Kairo-Plan maßgeblich voran. Der Plan sah vor, die britischen Besitzungen und Afrika von Süden nach Norden mit einer Eisenbahnverbindung zu durchziehen. Im Verlauf des Projektes wurden die beiden Republiken Oranje-Freistaat und Transvaal durch die britische Kolonie Betschuanaland und Rhodesien eingekreist.
Die Burenrepubliken standen von Beginn ihrer Gründung an dem britischen Empire im Wege. Nach dem verlorenen Ersten Burenkrieg 1880/81 und dem missglückten Jameson Raid von 1895 sollte ein neuer Krieg alles im Sinne des Empires richten.
Als die Buren den zahllosen Uitlanders, Glücksrittern und Goldsuchern, die Gleichstellung verwehrten, nahm das die Regierung in London zum willkommenen Anlass und schickte eine Viertelmillion Soldaten ans Kap, um das Gebiet dem Empire endlich einzuverleiben. Die Welt sollte zum ersten Mal einen Vorgeschmack auf einen totalen Krieg bekommen. Während die Briten eine Schneise der Verwüstung durch den Oranje-Freistaat und Transvaal zogen, wurde der Krieg ohne Gnade auf die Zivilbevölkerung ausgedehnt. Unter Verantwortung von Lord Horatio Herbert Kitchener wurden über 200.000 Menschen in Konzentrationslagern interniert; Zehntausende starben, die meisten von ihnen Kinder.
Die Brutalität der Briten und Kitcheners Politik der verbrannten Erde zwangen die Buren schließlich zur Aufgabe. Am 31.Mai 1902 wurde der Burenkrieg mit dem Frieden von Vereeniging beendet.
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Steckbrief
11.Oktober 1899 bis 31.Mai 1902
Etwa 450.000 Soldaten aus dem britischen Commonwealth (Vereinigtes Königreich, Australien, Neuseeland, Kanada) kämpfen gegen 60.000 Buren (Oranje-Freistaat, Transvaal)
Ausgang
Burenrepubliken werden Teil des Britischen Empire
Persönlichkeiten (Auswahl)
- Paul Krüger
- Marthinus Steyn
- Louis Botha
- Koos de la Rey
- Christiaan de Wet
- Piet Cronjé
- Alfred Milner
- Cecil Rhodes
- Winston Churchill
- Emily Hobhouse
Weitere Ereignisse in der Welt
- Der Philippinisch-Amerikanische Krieg beginnt
- Aspirin der Bayer AG wird Markenzeichen
- Karl May beginnt seine große Orientreise
- Adam Opel's Söhne starten mit Automobilfertigung
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"Abschied - Afskeid", Bloemfontein, Freistaat
Während das Empire auf eine hochgerüstete Armee zurückgreifen konnte, bestanden die Mehrzahl der burischen Truppen aus Milizverbänden, die jedoch gut bewaffnet und beritten hoch mobil waren.
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Friedhof nahe dem ehemaligen Konzentrationslager, Heidelberg, Gauteng
Aufgrund unmenschlicher Bedingungen, Hitze und mangelnder Versorgung der internierten Zivilbevölkerung starben in den britischen concentration camps vor allem Kinder.
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For King and Empire - Britische Gräber
Zu Beginn des Krieges können die Buren viele Schlachten für sich entscheiden, müssen sich jedoch nach einem knappen Jahr Kampf der Übermacht der Briten beugen. Aufgrund der folgenden Guerillataktik der Buren kann das Empire jedoch keinen Sieg erlangen
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Blockhaus, Bloemfontein, Freistaat
Um die Bewegungen der Buren vollständig zu überwachen, ließ Kitchener das Land mit kleinen Forts und Blockhäusern überziehen. Diese sollten die britischen Nachschublinien schützen und den Guerillakrieg behindern.
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Konzentrationslager Mahnmal, Kimberley, Nordkap
Kitcheners Politik der verbrannten Erde, die barbarischen Methoden der Briten und letztlich der Alptraum der concentration camps hinterließen bei den Buren bis heute ein nationales Gefühl der Bitterkeit.
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Harrismith, Freistaat
Im Kampfgebiet waren etwas mehr als 200 Journalisten unterwegs, einige davon in der neuen Technik der Pressephotographie, und versorgten die Öffentlichkeit mit so gründlichen Informationen wie noch nie über einen Krieg zuvor.
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Fort Schanskop, Pretoria, Gauteng
Nach dem niedergeschlagenen Jameson Raid 1896 veranlasste die Regierung von Transvaal zum Schutz Pretorias die Errichtung von vier Forts (Fort Klapperkop, Fort, Wonderboompoort, Fort, Daspoortrand). Fort Schanskop wurde unter der Anleitung von deutschen Ingenieuren der Fa. Krupp errichtet und im März 1897 übergeben.
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Szene eines Konzentrationslagers, Fort Schanskop, Pretoria, Gauteng
Dem unermüdlichen Einsatz der britischen Menschenrechtsaktivistin Emily Hobhouse für die Burenfrauen und -kinder in den Konzentrationslagern war es zu verdanken, das diese der Öffentlichkeit bekannt wurden und die Lebensbedingungen
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Mahnmal, Voortrekkermonument, Pretoria, Gauteng
Die zahlreichen gefangenen Buren wurden nach Übersee in die britischen Kolonien verschifft. Viele verbrachten ihre Gefangenschaft auf Ceylon, den Bermudas oder auf St. Helena.
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"Die Bittereinde", Bloemfontein, Freistaat
Am Ende des Krieges waren von den etwa 450.000 britischen Soldaten fast 22.000 gestorben. Über 34.000 Afrikaner (Männer, Frauen und Kinder) ließen ihr Leben, davon fast 28.000, allein 22.000 Kinder, in den Konzentrationslagern der Briten. Über 30.000 Farmen waren niedergebrannt worden.
Die Burenrepubliken wurden Teil des britischen Empires. Auch wenn Holländisch als Unterrichtssprache anerkannt wurde, sahen die Briten die Buren noch jahrelang als Menschen zweiter Klasse an.
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