Land voller Gegensätze
Südafrika passt nur schwer in eine einzige Vorstellung. Zu groß sind die Entfernungen, zu verschieden Landschaften, Klima und Lebenswelten. Die neun Provinzen sind deshalb mehr als Verwaltungseinheiten. Wer durch sie reist, erlebt beinahe neun verschiedene Länder, die erst auf der Karte zu einem Ganzen werden.
Am Kap beginnt das Spiel der Gegensätze. Das Western Cape lebt zwischen Atlantik, Bergen, Fynbos, Weinland und Karoo. Kapstadt zieht den Blick auf sich, doch schon hinter den Bergketten bestimmen Farmstädte, Obstplantagen und trockene Ebenen das Bild. Im Eastern Cape wird das Land grüner und die Küste wilder. Alte Xhosa-Siedlungsräume, ehemalige Grenzgebiete und kleine Städte erzählen von einer Geschichte, die hier vielerorts noch unmittelbar in der Landschaft steckt.
KwaZulu-Natal besitzt wiederum einen anderen Rhythmus. Warmer Indischer Ozean, Zuckerrohrfelder und subtropische Vegetation liegen nur wenige Fahrstunden von den Drakensbergen entfernt. Zulu-Traditionen, britische Kolonialgeschichte und indische Einflüsse haben der Provinz ein unverwechselbares Gesicht gegeben.
Im Free State öffnet sich der Horizont. Grasland, Landwirtschaft und kleine Städte bestimmen das Hochland. Weiter nördlich verdichtet sich Südafrika schlagartig. Gauteng ist Johannesburg und Pretoria, Gold, Industrie, Verwaltung, Verkehr und wirtschaftliche Kraft auf vergleichsweise engem Raum. Im benachbarten North West treten Bergbau, Farmen und Bushveld wieder stärker hervor.
Mpumalanga verbindet Hochland und Lowveld, Kohlefelder und Kraftwerke mit spektakulären Landschaften und dem Zugang zum Krugergebiet. Limpopo führt noch weiter nach Norden, in ein heißeres Südafrika aus Bushveld, Farmen und großen Flusstälern.
Das Northern Cape schließlich sprengt beinahe alle Maßstäbe. Kalahari, Karoo, Oranje und Diamantenland verteilen sich über gewaltige Räume. Hier wird Entfernung selbst zur Landschaft und Südafrikas Vielfalt vielleicht am deutlichsten sichtbar.