MEMPHIS / TENNESSEE 1 von 3
USA 911 - IN USA IM SEPTEMBER 2001
First Nation

Die ersten Menschen, die das Gebiet der heutigen östlichen USA bewohnten, kamen vor ungefähr 28.000 Jahren aus Asien über die Landbrücke im Bereich der heutigen Bering-Strasse, die damals Sibirien mit Alaska verband. Sie wanderten weiter nach Süden und verteilten sich auf dem gesamten Doppelkontinent. Es entwickelten sich zahlreich sprachlich und kulturell unterschiedliche Stämme und bei der Ankunft Kolumbus’ gab es etwa 1,5 bis 2 Millionen Menschen. Gruppen wie die Adena und Hopewell besaßen bereits um 1.000 v.Chr. im Ohio Valley eine beträchtliche Bevölkerungsstärke. Die fruchtbare Erde der Flussebenen im Südosten Amerikas brachte die ertragreichen Höfe und geschickten Handwerker der Mississippi-Kultur hervor, die um ihre Dörfer Mais, Bohnen, Kürbis etc. anbauten.

Nine Eleven

Nach den Anschlägen auf die zwei Gebäude des World Trade Centre ändern sich alte Allianzen, Ansichten und verlorene Feindbilder gewinnen ein neues Gesicht. Unmittelbar nach dem 11.09.2001 manifestiert sich der Begriff "Nine Eleven" als "der Tag, der Amerika veränderte".

DIE VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA

Die Vereinigten Staaten von Amerika U.S.A. sind flächenmäßig der viertgrößte Staat der Erde. Auf das geschlossene Kerngebiet (ohne Alaska und Hawaii) entfallen von den insgesamt 9.529.063 km² 7.827.848 km²; darin sind enthalten 192.208 km² Gewässerflächen und der Anteil an den Großen Seen mit 156.615 km².

Überseebesitzungen, die in diesen Zahlen nicht enthalten sind, sind  Puerto Rico, die  Jungferninseln, Samoa und Guam. US-amerikanischer Verwaltung unterstehen auch Belau, die Marianen sowie eine Reihe kleiner Inseln im pazifischen und westindischen Raum.

Die Bevölkerungszahl stieg von 3,9 Mill. im Jahr 1790 über 76 Millionen im Jahr 1900 auf 263,3 Millionen 1995. Am dichtesten besiedelt sind die Neuengland- und die mittelatlantischen Staaten zwischen Massachusetts und Pennsylvania, am schwächsten die Trockengebiete in den Rocky Mountains und ihrem nordöstlichen Vorland, zwischen Nevada und Arizona einerseits und den beiden Dakota andererseits. 83,2% der Bevölkerung sind Weiße, 11,7% Schwarze, 0,6% Indianer, 0,4% Chinesen, je 0,3% Filipinos und Japaner und sonstige. Die Schwarzen, deren Anteil 1790 19,3% betragen hatte, leben zu 53% in den 17 Südstaaten (1850 zu 97%). Die Zunahme der Bevölkerung erklärte sich ursprünglich vor allem aus der starken Einwanderung von Europa her (wobei Briten und Iren bis 1790 allein, bis 1880 zusammen mit Einwanderern aus Mitteleuropa und Skandinavien überwogen, während seit 1900 vor allem Ost- und Südeuropäer einwandern), letzthin aber besonders aus der hohen, inzwischen jedoch zurückgegangenen Geburtenrate. Die Einwanderer der jüngsten Zeit sind vor allem Mexikaner, Filipinos und Vietnamesen. Rund zwei Drittel der Amerikaner gehören einer Religionsgemeinschaft an; davon sind 86,7 Mill. Protestanten, 58,6 Mill. römische Katholiken, 4 Mill. Angehörige von orthodoxen Ostkirchen, 5,8 Mill. Juden und 19 000 Buddhisten. Fast 40 Städte haben mit Vororten über eine Million Einwohner.

Quelle: Bertelsmann Discovery Universallexikon

Bei der Ankunft der ersten Europäer bewohnten verschiedene Indianergruppen der östlichen Waldlandkultur ein Gebiet, das sich entlang des Atlantischen Ozeans nach Süden bis zum Golf von Mexiko erstreckte, nach Westen über die Appalachen bis zum Mississippi-Tal und nach Norden bis zu den Großen Seen. Weiße Siedler im Nordosten trafen auf die Stämme der Massachuset, Pequot, Mohawk, Oneida und Delaware. Im mittleren Westen und an den Großen Seen begegneten ihnen die Shawnee, Illinois, Sauk, Ottawa, Fox und Potawatomi. Der Süden wurde unter anderem von den Stämmen der Powhatan, Secotan, Cherokee, Chickasaw, Creek, Seminolen und Natechez bewohnt.

Bedauerlicherweise brachten die Europäer neben anderem auch eine Reihe von Krankheiten wie Pocken, Grippe und Masern mit, die bei den Ureinwohnern oft verheerende Auswirkungen hatten, da sie dagegen keinerlei Abwehrkräfte besaßen.

Quelle: Michelin Reise-Verlag

Über ein Land, welches sich über einen ganzen Kontinent, vom Atlantik bis zum Pazifik erstreckt und sich innerhalb eines Jahrhunderts zur Weltmacht hochgekämpft hat, gibt es eine Vielzahl von Beschreibungen, Abhandlungen und Kommentaren. Zahllose Geschichts- und Geografiestunden werden den Vereinigten Staaten geopfert. Vergöttert, neidvoll betrachtet und verdammt bieten die U.S.A. immer wieder ausreichend Potential für gute Storys oder schlechte B-Filme.

Dabei werden viele Facetten – leider – über einen Kamm geschert. Doch wahrscheinlich sind es die menschlich, wirtschaftlich, geografisch, politischen Gegensätze die in den U.S.A. besonders krass und hart aufeinanderprallen und für – zugegeben – unterschiedliche Faszination sorgen. Daher wird an dieser Stelle auf eine detaillierte Darstellung der Vereinigten Staaten verzichtet.

Doch sei noch ein kurzer geschichtlicher Abriss gestattet.

Nachdem Christoph Kolumbus auf seinem Seeweg nach Indien 1492 die Karibischen Inseln für die spanische Krone entdeckte, stand der europäischen Eroberung des amerikanischen Kontinents (fast) nichts mehr im Wege. Zahlreiche Abenteurer aus Spanien, Holland, Frankreich und England erforschten den Kontinent und beanspruchten verschiedene Gebiete für sich. Spanien konzentrierte sich auf Florida, die Golfküste und Kalifornien, während England die Ostküste bevorzugte. Frankreich fasste in Kanada Fuß und am Mississippi. Im 16. und 17.Jahrhundert entstanden an der zerklüfteten Ostküste Forts und Dörfer. Die erste dauerhafte Siedlung Amerikas gründeten übrigens die Spanier 1565 in St. Augustine in Florida. 1620 etablierte sich die religiöse Sekte der Puritaner. Die ersten englischen Kolonien wurden gegründet.

Mit der Boston Tea Party verschärften sich die Auseinandersetzungen zwischen den Kolonisten, die sich mittlerweile als Amerikaner sahen, und der englischen Krone. Im April 1775 kam es bei Lexington in Massachusetts zum ersten Gefecht des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. 1783 wurde mit dem Vertrag von Paris der Waffenstillstand unterschrieben und die Unabhängigkeit der jungen amerikanischen Nation von England anerkannt. Einzig Teile von Florida verblieben unter spanischer Herrschaft.

Mit dem Verfassungskonvent 1787 wurde in Philadelphia die US-Verfassung entworfen, die eine demokratische Zentralgewalt mit Exekutive, Legislative und Judikative vorsah. George Washington wurde erster Präsident der jungen Republik. Von 1800 bis 1850 wurde Amerikas Geschichte von drei großen Phänomenen geprägt: der Expansion nach Westen, dem Aufkommen der Industrie und großen Fortschritten im Transportwesen.

Die Frage der Sklaverei, die einerseits die wirtschaftlichen Zwänge der Südstaaten und anderseits das Verfassungsverbot beinhaltete, wurde mit dem amerikanischen Bürgerkrieg beantwortet. Der Krieg forderte 600.000 Tote und noch mehr Verwundete. Der Süden war physisch und wirtschaftlich ruiniert und es sollte noch lange dauern, bevor sich die Beziehungen zwischen Norden und Süden wieder normalisierten.

Das Goldene Zeitalter begann für die Vereinigten Staaten mit dem Ende des Krieges und dauerte bis zum Ersten Weltkrieg an. Es war eine einzigartige Zeit der Erfindungen und des Kapitalismus, der erst die Hightech-Revolution 100 Jahre später gleichkam. Es war die Ära der Industriekapitäne, der Eisenbahnmagnaten, Stahl- und Ölbarone sowie der Reeder – Cornelius „Commodore“ Vanderbilt, John D. Rockefeller, Andrew Carnegie. Der Unternehmer wurde gepriesen und der Materialismus als höchster Wert angesehen – ähnlich dem ungezügelten Individualismus der 1990er Jahre. Es war die Zeit der Indianerkriege und fortschreitenden Industrialisierung, der elektrischen Glühbirne und Arbeiteraufstände. Amerika wurde zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten und für viele Einwanderer zur Hoffnung ohne Rückfahrticket.

Das Ende des Goldenen Zeitalters wurde durch den Untergang der Titanic und der Verabschiedung von Zusatzartikel 16 markiert. Mit letzterem wurde 1913 die Einkommenssteuer eingeführt, die den außergewöhnlichen Exzessen der Zeit ein Ende machte. War es den U.S.A. bereits nach dem Ende des Ersten Weltkrieges möglich, ihre Weltmachtstellung erheblich zu untermauern – die Roaring Twenties und Wirtschaftkrise waren die Wegmarken zum Zweiten Weltkrieg – gelang es, nach 1945 endgültig zur Weltmacht aufzusteigen.

Die unterschiedlichen politischen Ideologien – im Westen Demokratie und Freie Marktwirtschaft, im Osten dagegen die Überwachung durch den Kommunismus – führten auf beiden Seiten zu einem tiefen Misstrauen, das im 40Jahre dauernden Kalten Krieg kulminierte. Die 60er Jahre waren gezeichnet durch turbulente, von Gewalt und tiefgreifenden sozialen Veränderungen. Es war die Zeit von John F. Kennedy, Martin Luther King und Elvis Presley. Später sorgten der lange und kostspielige Vietnamkrieg sowie der Watergate-Skandal für ein tiefgreifendes Misstrauen gegenüber Politikern.

Quelle: Bertelsmann Discovery Universallexikon

Chicago

Stadt in Illinois (USA), am Südwestufer des Michigansees; drittgrößte Stadt der USA: 2,78 Mill. Einwohner (Metropolitan Area 6,07 Mill Einwohner); mehrere Universitäten (University of Chicago, 1857; Loyola-Universität, 1909) u. a. wissenschaftliche Institute (u. a. Kernforschungszentrum), Bibliotheken und Museen; Sinfonieorchester; Sears Tower (442 m)

Memphis

Stadt im USA-Staat Tennessee, am Mississippi, 610 000 Einwohner (Metropolitan Area 982 000 Einwohner); Universität (1909); größtes Handelszentrum der USA für Baumwolle; vielseitige Industrie.

under communism

Mit dem Fall der Mauer, die sich durch Deutschland zog und mit ihren perfiden Sicherungsanlagen die Welt in zwei Lager teilte, ging auch der Kalte Krieg zu Ende. Der Westen und der Osten standen sich nicht mehr direkt gegenüber. Die Demokratie wurde nicht mehr von kommunistischer Ideologie bedroht und das Gute hatte gesiegt. So schien es zumindest Anfang der 90er Jahre.

Nach 1989

Doch die Frage war, wer im geteilten Deutschland nun auf der guten und wer auf der bösen Seite aufgewachsen war. Weltpolitisch gesehen sicher nicht von oberstem Belang, doch für viele die ihre Freizeit im Pionierferienlager einerseits oder bei den Pfadfindern andererseits verbrachten, von substantieller Bedeutung.